Zwei Ming-Soldaten am Qingping-Fort: Genome, Ernährung und harte Lebensbedingungen.
Eine multidisziplinäre Studie untersuchte zwei mittelalterliche Männer aus einem Militärfort der Ming-Dynastie in Shaanxi. Knochenpathologie, Isotopenanalyse und alte DNA zeigen: Beide aßen überwiegend Hirse (C4-Pflanzen), aber wenig Fleisch. Ihre Y-Chromosomen (N-F1206, O-ACT133) und Strontiumwerte weisen auf eine Herkunft aus dem Gelben-Fluss-Becken hin – keine Spur östlicher Steppen-Abstammung. Die Ergebnisse sind wegen der kleinen Stichprobe vorläufig.
Die Stichprobe umfasst nur zwei männliche Individuen aus dem Qingping-Fort, beide der Ming-Kultur zugeordnet. Die Y-Haplogruppen sind N-F1206 und O-ACT133, die mitochondrialen Linien D4a6 und D4b2b6. Diese Linien sind in heutigen und historischen Populationen Ostasiens verbreitet, besonders im Gelben-Fluss-Becken. Wegen der geringen Anzahl sind die Ergebnisse nicht repräsentativ für alle Ming-Grenzbewohner.
Für Ahnenforscher zeigt die Studie: Ming-Grenzsoldaten in Shaanxi hatten enge genetische Verbindungen zu zentralchinesischen Populationen, nicht zur Steppe. Das stützt die Annahme, dass die Ming-Grenze nicht nur militärisch, sondern auch bevölkerungsbiologisch mit dem Kernland verbunden war. Weitere Proben sind nötig.