Erste Genome adliger Xianbei beleuchten Verwandtschaft und Bestattungssitten.
Die Xianbei waren ein mächtiger Nomadenverband im Norden Chinas. Bisher kannte man vor allem Genome einfacher Xianbei. Nun wurden erstmals vier Adlige aus einem Familiengrab in Yihe Nur (Innere Mongolei) genetisch untersucht, dazu ein Liao-Zeit-Individuum vom selben Ort. Die Adligen tragen meist frühe Xianbei-Vorfahren, doch eine Adlige zeigt überwiegend südostasiastische Herkunft. Ein Eltern-Kind-Paar lag nahe beieinander, während eine Dienerin nicht mit dem Grabherrn verwandt war.
Insgesamt wurden 6 Individuen vom Fundort Yihe Nur analysiert, alle der Gruppe „Xianbei-Adlige“ zugeordnet. Die Y-Chromosom-Linie N-F4205 trat einmal auf. Bei den mitochondrialen Linien dominiert D4a1e1 (2×), daneben C5a1, F2f, A15a und einmal ohne Angabe. Diese Vielfalt weiblicher Linien passt zu einer Adelsfamilie mit Heiratskontakten. Die Stichprobe ist klein, erlaubt aber erste Einblicke in die genetische Struktur der Oberschicht.
Für Ahnenforscher zeigt sich: Xianbei-Adlige waren genetisch nicht einheitlich, sondern offen für südliche Einflüsse. Verwandtschaft prägte ihre Grabbräuche – ein wichtiger Hinweis, wie genetische Daten historische Familienstrukturen ergänzen können.
Kartenkacheln von TheYtree · Punktgröße = Anzahl der Proben
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| N-F4205 | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| YHNE6 | N-F4205 | D4a1e1 | · 鲜卑 |