Ein früher Okhotsk-Mensch belegt die Vermischung von Jomon- und Kamtschatka-Linien.
Die prähistorische Okhotsk-Kultur existierte entlang der Küsten des Ochotskischen Meeres. Frühere Studien vermuteten zwei Einwanderungswellen aus dem russischen Fernen Osten nach Nordjapan: eine von Kamtschatka vor etwa 2000 Jahren und eine vom Amur-Becken vor etwa 1600 Jahren. Man nahm an, dass zwischen 2000 und 1600 Jahren eine vermischte Population aus Kamtschatka- und Jomon-Vorfahren in Nordjapan lebte, doch direkte genetische Beweise fehlten. Die vorliegende Studie analysiert das Genom eines frühen Okhotsk-Individuums (NAT004) aus Nordjapan und zeigt, dass es tatsächlich eine Mischung aus Kamtschatka- und Jomon-Abstammung ist.
Die Stichprobe umfasst zwei Individuen der Okhotsk-Kultur, beide von der Fundstätte DRR680858. Für NAT004 liegen Genomdaten vor. Die Y-chromosomale Linie konnte nicht aufgelöst werden. Die mitochondrialen Linien sind G1b-G16129A! und D4m2a, was auf eine gewisse mütterliche Vielfalt hindeutet. Weitere archäologische oder geografische Details zu den Proben werden in der Zusammenfassung nicht genannt.
Für Ahnenforscher zeigt diese Studie, dass Nordjapan vor etwa 2000 Jahren ein Treffpunkt von Jomon- und Kamtschatka-Linien war. Wer Vorfahren aus dieser Region hat, könnte sowohl Jomon- als auch sibirische Anteile in sich tragen. Die Okhotsk-Kultur ist somit ein konkretes Beispiel für frühe Vermischung in Ostasien.
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