Erste Genomdaten mittelalterlicher iberischer Juden aus einem Pogrom-Massengrab.
Die Studie untersucht 16 Individuen aus einem Massengrab in Tàrrega (Spanien), das mit dem Pogrom von 1348 in Verbindung gebracht wird. Mithilfe von alter DNA zeigt sich, dass diese Menschen genetisch eng mit anderen jüdischen Gemeinschaften verwandt waren – sowohl mit antiken als auch mit modernen. Die Analyse legt nahe, dass ihre Vorfahren überwiegend aus dem Nahen Osten (Kanaan) stammten und sich später mit der nichtjüdischen iberischen Bevölkerung vermischten.
Insgesamt wurden 12 Proben aus der Nekropole Roquetes analysiert. Die Y-Chromosom-Haplogruppen (E-FT424100, G-PH1944, E-Y192816, J-FTC5926) und mitochondrialen Haplogruppen (u.a. H1bo, L2a1c, U4a2) sind typisch für jüdische Gemeinschaften und zeigen eine hohe mütterliche Vielfalt. Die geringe Anzahl aufgelöster Y-Linien (4 von 12) deutet auf eine begrenzte väterliche Diversität hin, was zu Endogamie passt.
Für Ahnenforscher bestätigt dies die genetische Kontinuität jüdischer Gemeinden in Iberien vor 1492. Die Mischung aus kanaanitischen und iberischen Komponenten hilft, die Herkunft sephardischer Linien besser zu verstehen.
Kartenkacheln von TheYtree · Punktgröße = Anzahl der Proben
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| G-PH1944 | 1 | |
| E-Y192816 | 1 | |
| J-FTC5926 | 1 | |
| E-FT424100 | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| ROQ1 | J-FTC5926 | L2a1c-G16129A! | |
| ROQ2 | E-Y192816 | U4a2 | |
| ROQ4 | G-PH1944 | M1a1b1c | |
| ROQ7 | E-FT424100 | R0a4 |