Zwei Bestattungen unter der St.-Isidor-Kathedrale auf Chios: Archäogenetik trifft auf lokale Heiligenverehrung.
Die Studie untersucht zwei menschliche Bestattungen, die 1981/82 unter dem Mosaikboden der St.-Isidor-Basilika auf Chios gefunden wurden. Die Gräber waren schmucklos und schwer zu datieren. Der Überlieferung nach soll hier der Märtyrer Isidor mit Merope begraben sein. Die archäogenetischen Daten sind begrenzt: Nur eine männliche Linie (R-FT414854) und drei weibliche Linien (alle H) sind bekannt. Die Autoren betonen, dass die archäologische Einordnung auf den Grabungen der 1980er Jahre beruht.
Die Stichprobe ist sehr klein: drei Individuen von der Fundstelle I37186. Die Y-chromosomale Linie R-FT414854 trat einmal auf, die mtDNA-Haplogruppe H dreimal. Das erlaubt keine populationsgenetischen Schlüsse, sondern nur eine erste genetische Charakterisierung. Die geringe Auflösung (nur ein Y-Ergebnis) unterstreicht, dass die Studie vor allem archäologisch und historisch argumentiert, nicht genetisch.
Für Ahnenforscher zeigt sich: Selbst an einem prominenten Sakralort sind die genetischen Daten oft spärlich. Die Y-Linie R-FT414854 und mtDNA H sind breit verbreitet und erlauben keine Herkunftsbestimmung. Die Verbindung zu lokalen Heiligen bleibt eine Frage von Archäologie und Überlieferung, nicht von DNA.
Kartenkacheln von TheYtree · Punktgröße = Anzahl der Proben
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| R-FT414854 | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| I37184 | R-FT414854 | H | · Byzantine period |