Eine Studie zeigt: Das Erbgut altägyptischer Mumien ähnelt dem der Menschen im Nahen Osten – moderne Ägypter haben später zusätzlich Gene aus dem subsaharischen Afrika aufgenommen.
Die Forscher untersuchten 90 mitochondriale Genome und drei vollständige Genome aus Mumien. Die Proben stammen aus Mittelägypten und decken rund 1300 Jahre ab, von der Zeit des Neuen Reiches bis zur Römerzeit. Das Ergebnis: Die alten Ägypter waren genetisch enger mit Populationen des Nahen Ostens verwandt als heutige Ägypter. Erst in nachrömischer Zeit kam bei den modernen Ägyptern Erbgut aus dem subsaharischen Afrika hinzu.
Die Studie stützt sich auf 90 mitochondriale Genome und drei vollständige Genome. In der Ytree-Datenbank sind dazu zwei Proben erfasst, beide weibliche Linien: einmal die mtDNA-Haplogruppe I9 und einmal J1d7b2. Y-chromosomale Linien sind nicht aufgeführt, was die Aussagekraft zur väterlichen Abstammung einschränkt. Die mtDNA-Linien I und J kommen sowohl im Nahen Osten als auch in Europa und Nordafrika vor.
Für Ahnenforscher zeigt die Studie, dass altägyptische Abstammung nicht einfach mit heutigen Ägyptern gleichzusetzen ist. Wer nach ägyptischen Wurzeln sucht, sollte regionale und zeitliche Unterschiede beachten. Die mtDNA-Haplogruppen I9 und J1d7b2 sind nur ein kleiner Ausschnitt und dürfen nicht verallgemeinert werden.