DNA aus der Völkerwanderungszeit beleuchtet die slawische Besiedlung Ostmitteleuropas.
Die Herkunft der Slawen in Ostmitteleuropa wird seit über 200 Jahren diskutiert. Zwei Hypothesen stehen sich gegenüber: Eine besagt, dass Slawen erst ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. nach Polen kamen; die andere nimmt an, dass sie schon in der Eisenzeit dort lebten. Die Überprüfung ist schwierig, weil vom Ende der Bronzezeit bis ins Mittelalter die Leichenverbrennung vorherrschte, was DNA-Analysen erschwert. Die vorliegende Studie untersucht 43 Proben, von denen 24 Y-chromosomale Linien zugeordnet werden konnten.
Insgesamt wurden 43 Proben analysiert, doch nur 24 ließen sich einer Y-Haplogruppe zuordnen. Die häufigste ist I-M253 mit vier Proben, gefolgt von R-PF6162 mit zwei. Weitere Linien wie I-CTS8647, R-L51, I-CTS5966, R-PF6155, G-Z1816 und R-YP1337 treten je einmal auf. Die mtDNA ist mit nur einer Probe (U4a2) extrem dünn. Die geringe Auflösung und fehlende kulturelle Zuordnung erschweren weitreichende Schlüsse zur slawischen Besiedlung.
Für Ahnenforscher zeigt sich, dass die genetische Landschaft Ostmitteleuropas im ersten Jahrtausend vielfältig war. Die dürftige Datenlage unterstreicht, wie schwierig es ist, die slawische Migration allein anhand von DNA zu rekonstruieren. Weitere Studien mit größeren Stichproben und kulturellem Kontext sind nötig.
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| I-M253 | 4 | |
| R-PF6162 | 2 | |
| I-S9952 | 1 | |
| R-PF7558 | 1 | |
| I-Y6627 | 1 | |
| I-Y3560 | 1 | |
| E-Z1057 | 1 | |
| R-YP4669 | 1 | |
| R-M198 | 1 | |
| I-Y33791 | 1 | |
| I-CTS8647 | 1 | |
| R-L51 | 1 |