Der Ungarnkönig Béla III. im genetischen Porträt: Steppe trifft Osteuropa.
Diese Studie untersuchte das Erbgut von König Béla III. aus der Árpáden-Dynastie, der von 1172 bis 1196 regierte. Sein Y-Chromosom gehört zur Haplogruppe R1a-Z2123, die heute vor allem in Zentralasien vorkommt. Das unterstützt die These, dass die herrschende Linie der Ungarn ursprünglich aus Zentralasien stammte. Seine übrige DNA (Autosomen und mtDNA) ähnelt jedoch heutigen osteuropäischen Populationen. Das lässt sich durch wiederholte Heiraten mit lokalen europäischen Herrscherfamilien erklären.
In der Datenbank ist bislang nur ein einziger archäologischer Fund mit dieser Studie verknüpft: die Probe Laszlo_SZTL. Sie wird der Kultur der Hunnen zugeordnet und liefert ein aufgelöstes Y-Haplogruppen-Ergebnis: R-FT274262. Das ist eine Untergruppe von R1a und passt zum zentralasiatischen Signal aus der Studie. Weitere Proben oder mtDNA-Daten sind hier nicht hinterlegt.
Für Ahnenforscher zeigt sich: Die Árpáden vereinen eine zentralasiatische väterliche Linie mit stark osteuropäischer autosomaler und mütterlicher Herkunft. Das unterstreicht, wie wichtig es ist, Y-, mtDNA- und Autosomen getrennt zu betrachten, statt von einer einzigen Herkunft auszugehen.
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| R-FT274262 | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| Laszlo_SZTL | R-FT274262 | — | 匈人 Hun |