Mittelalterliche Genome aus Norwich zeigen: Aschkenasische Erbkrankheiten existierten schon vor 1190.
Forscher sequenzierten sechs Genome aus einem mittelalterlichen Brunnen in Norwich. Radiokarbondaten und historische Aufzeichnungen deuten auf ein antisemitisches Massaker am 6. Februar 1190. Vier der Individuen waren eng verwandt, alle sechs zeigen starke genetische Nähe zu heutigen aschkenasischen Juden. Die Studie belegt, dass bestimmte krankheitsassoziierte Allele bereits damals in nennenswerter Häufigkeit vorlagen – Jahrhunderte früher als bisher angenommen.
Die Stichprobe umfasst vier Individuen mit Y-Haplogruppen T-Y100776, J-Y6384 und E-FT2108 (drei aufgelöst) sowie vier mitochondriale Linien: U6a1b1b, H5c2, J1c5c1 und H3w1. Ein Probenkontext ist mit 1190 n. Chr. datiert. Die geringe Zahl erlaubt keine Populationsstatistik, passt aber zum Bild einer eng verwandten Gruppe.
Für Ahnenforscher zeigt die Studie, dass aschkenasische Populationsgeschichte und Erbkrankheitsvarianten weiter zurückreichen als gedacht. Die Y- und mtDNA-Linien sind konkrete Anknüpfungspunkte, aber wegen der kleinen Stichprobe nicht verallgemeinerbar.
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| SB676_Sk73infant? | E-FT2108 | H3w1 | · 12th Cenurey |
| SB604_SB697_Sk74juv | J-Y6384 | J1c5c1 | |
| SB696_Sk68 | T-Y100776 | U6a1b1b |