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Medieval genomes from eastern Iberia illuminate the role of Morisco mass deportations in dismantling a long-standing genetic bridge with North Africa

Mittelalterliche Genome aus dem östlichen Iberien beleuchten die Rolle der Massendeportationen der Morisken bei der Zerstörung einer langjährigen genetischen Brücke nach Nordafrika
PRJEB65253 Originalarbeit / DOI2025-03-2738 Proben (Studie)

KI-InterpretationKI-generiert

Mittelalterliche Genome aus Ostiberien zeigen, wie die Vertreibung der Morisken eine jahrhundertealte genetische Brücke zu Nordafrika zerstörte.

Die Studie untersucht alte DNA aus der Region Valencia vom Ende der Antike bis zur Neuzeit. Sie zeigt, dass über Jahrhunderte Menschen mit gemischter iberischer und nordafrikanischer Abstammung dort lebten. Mit der massenhaften Vertreibung der Morisken zwischen 1609 und 1614 wurde diese Bevölkerung fast vollständig entfernt. Dadurch brach der genetische Austausch zwischen Europa und Afrika ab, der zuvor lange bestanden hatte.

Proben-Interpretation

Die Stichprobe umfasst fünf männliche Genome aus Valencia. Die Y-Chromosomen verteilen sich auf J-S16400, E-Y8827, E-CTS4236, R-Z2110 und E-M81. E-M81 ist typisch für Nordafrika, während R-Z2110 eher europäisch ist. Die mtDNA-Linien U4a1d, HV0-a, HV, J1c1b und H5 zeigen ebenfalls eine Mischung aus europäischen und nordafrikanischen Einflüssen. Die kleine Stichprobe erlaubt keine Verallgemeinerung, passt aber zum historischen Bild.

Für Ahnenforscher

Für Ahnenforscher zeigt die Studie, dass die eigene Herkunft in Iberien stark von historischen Vertreibungen geprägt sein kann. Wer nordafrikanische Linien hat, sollte die Morisken-Vertreibung als möglichen Wendepunkt bedenken.

Zusammenfassung

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts führte eine brutale ethnische Säuberung direkt zu einem Bevölkerungswechsel am östlichen Rand der Iberischen Halbinsel. Unter der Herrschaft Philipps III. wurden mindestens 300.000 Mauren nach Nordafrika vertrieben. Diese Menschen waren größtenteils iberisch-nordafrikanischer Abstammung, hatten sich seit Jahrhunderten in Iberien niedergelassen und waren ein Jahrhundert zuvor gezwungen worden, vom Islam zum Katholizismus zu konvertieren. Obwohl das europäische Kulturerbe ein enormes zivilisatorisches Erbe hinterlassen hat, das bis heute fortbesteht, wurden die spanischen „Mauren“ zwischen 1609 und 1614 größtenteils aus Iberien vertrieben. Infolgedessen wurde die genetische Brücke, die sich zwischen Europa und Afrika gebildet hatte und jahrhundertelang bestanden hatte, schließlich durchtrennt. In dieser Studie untersuchen wir die genetischen Auswirkungen dieses historischen Ereignisses anhand eines genomischen Zeitquerschnitts der modernen Region Valencia in Spanien von der Spätantike bis zur nachmittelalterlichen Zeit.

Proben & Daten auf TheYtree

5Proben auf der Website
5Y-Haplogruppe bestimmt

Paternale (Y-DNA) Haplogruppen

HaplogruppeProben
E-M81 1
J-S16400 1
E-Y8827 1
E-CTS4236 1
R-Z2110 1

Maternale (mtDNA) Haplogruppen

Proben-Highlights Weitere Proben →

ProbeY-DNAmtDNAKultur / Periode
Z51_GOG59c E-M81 H5
Z14_GOG20b R-Z2110 J1c1b
Z17_GOG23b E-CTS4236 HV
Z16_GOG23a E-Y8827 HV0-a
Z19_GOG24a J-S16400 U4a1d