Mittelalterliche Genome aus Ostiberien zeigen, wie die Vertreibung der Morisken eine jahrhundertealte genetische Brücke zu Nordafrika zerstörte.
Die Studie untersucht alte DNA aus der Region Valencia vom Ende der Antike bis zur Neuzeit. Sie zeigt, dass über Jahrhunderte Menschen mit gemischter iberischer und nordafrikanischer Abstammung dort lebten. Mit der massenhaften Vertreibung der Morisken zwischen 1609 und 1614 wurde diese Bevölkerung fast vollständig entfernt. Dadurch brach der genetische Austausch zwischen Europa und Afrika ab, der zuvor lange bestanden hatte.
Die Stichprobe umfasst fünf männliche Genome aus Valencia. Die Y-Chromosomen verteilen sich auf J-S16400, E-Y8827, E-CTS4236, R-Z2110 und E-M81. E-M81 ist typisch für Nordafrika, während R-Z2110 eher europäisch ist. Die mtDNA-Linien U4a1d, HV0-a, HV, J1c1b und H5 zeigen ebenfalls eine Mischung aus europäischen und nordafrikanischen Einflüssen. Die kleine Stichprobe erlaubt keine Verallgemeinerung, passt aber zum historischen Bild.
Für Ahnenforscher zeigt die Studie, dass die eigene Herkunft in Iberien stark von historischen Vertreibungen geprägt sein kann. Wer nordafrikanische Linien hat, sollte die Morisken-Vertreibung als möglichen Wendepunkt bedenken.
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| Z51_GOG59c | E-M81 | H5 | |
| Z14_GOG20b | R-Z2110 | J1c1b | |
| Z17_GOG23b | E-CTS4236 | HV | |
| Z16_GOG23a | E-Y8827 | HV0-a | |
| Z19_GOG24a | J-S16400 | U4a1d |