Ein Säugling aus der Eiszeit erzählt von Leben, Krankheit und Wanderungen im späten Paläolithikum Italiens.
Die Studie untersucht den etwa 17.000 Jahre alten Säugling Le Mura 1 aus der Grotta delle Mura in Süditalien. Durch Paläogenomik, Zahnhistologie, Geochemie und Radiokarbondatierung rekonstruieren die Forscher seine kurze Lebensgeschichte: Er starb mit rund 72 Wochen, zeigte mehrere phänotypische Merkmale und möglicherweise eine angeborene Krankheit. Seine Mutter war während der Schwangerschaft wenig mobil, und die Population wies einen hohen Endogamiegrad auf.
Für diese Studie liegen keine archäologischen Proben aus der YFull-Datenbank vor. Die Analyse basiert ausschließlich auf dem Individuum Le Mura 1 und multidisziplinären Daten. Daher können keine Y-Haplogruppen oder mtDNA-Haplogruppen aus der YFull-Statistik genannt werden. Die genetischen Ergebnisse stammen direkt aus der Publikation und nicht aus den sonst üblichen Stichproben.
Für Ahnenforscher zeigt die Studie, dass Süditalien am Ende des letzten glazialen Maximums ein wichtiger Rückzugsraum war. Die frühe Villabruna-Ausbreitung und der Bevölkerungsumschwung erklären, warum genetische Linien in Italien von Nord nach Süd abnehmen. Endogamie und geringe Mobilität waren damals keine Seltenheit.