DNA aus einem nachrömischen Grab in Dorset zeigt lokale, kontinentale und westafrikanische Wurzeln.
Die Studie untersuchte die Verwandtschaftsverhältnisse auf einem nachrömischen Friedhof in Worth Matravers, England. Mithilfe alter DNA fanden die Forscher heraus, dass sowohl biologische als auch soziale Verwandtschaft die Bestattungsmuster beeinflussten. Überraschend war, dass biologische Verwandtschaft fast ausschließlich über die mütterliche Linie verlief. Die meisten Menschen hatten lokale britische Vorfahren, aber einige stammten vom europäischen Festland, und ein junger Mann mit westafrikanischer Herkunft wurde nach lokalen Bräuchen bestattet. Das zeigt die multikulturelle Gesellschaft im frühmittelalterlichen England.
Für die Analyse stand nur eine einzelne Probe zur Verfügung: Der Fund CE050.S20616 aus Worth Matravers. Die Y-DNA-Linie R-Y28597 und die mtDNA-Linie H6a2 wurden bestimmt. Der Proband gehört zur Y-Haplogruppe R-Y28597, die in Westeuropa verbreitet ist, und zur mitochondrialen Haplogruppe H6a2, die ebenfalls in Europa vorkommt. Weitere kulturelle oder archäologische Kontextdaten lagen nicht vor.
Für Ahnenforscher zeigt diese Studie, dass Verwandtschaft in frühmittelalterlichen Gesellschaften nicht nur biologisch, sondern auch sozial definiert war. Die mütterliche Linie spielte eine zentrale Rolle bei der Bestattung. Zudem belegt der Fund westafrikanischer Herkunft, dass Migration und kultureller Austausch bereits damals stattfanden.
Kartenkacheln von TheYtree · Punktgröße = Anzahl der Proben
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| R-Y28597 | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| CE050.S20616 | R-Y28597 | H6a2 | · post-Roman |