Neue Genomdaten aus der Bretagne und dem Loire-Becken beleuchten die Bevölkerungsgeschichte Westeuropas.
Die Studie analysiert 856 moderne Genome aus Nordfrankreich und sechs mittelalterliche Genome aus der Westbretagne. Sie zeigt eine ausgeprägte genetische Feinstruktur beiderseits der Loire, wobei der Norden mehr Steppen- und der Süden mehr neolithische Abstammung aufweist. Die Westbretagne hat den höchsten Steppenanteil und teilt viele Allele mit der Glockenbecherkultur.
Die sechs mittelalterlichen Proben (300–1100 n. Chr.) aus der Westbretagne umfassen fünf aufgelöste Y-Haplogruppen: R-ZP75, E-PF2348, J-Z1853, R-L2 und R-Y146438. Die mitochondrialen Linien sind H3n, U5b2b3, H1aj, H7h, U4b1b1b und K1a4a1. Diese Vielfalt spiegelt die damalige Populationsdynamik wider und stützt die These einer langfristigen genetischen Kontinuität in der Region.
Für Ahnenforscher zeigt sich: Die Bretagne ist keine homogene Region. Wer Vorfahren aus der Westbretagne hat, trägt oft erhöhte Steppenabstammung, während südlich der Loire neolithische Linien überwiegen. Lokale Herkunft kann die genetische Zusammensetzung stark beeinflussen.