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Cosmopolitanism in the depths of Barbaricum evidenced by archaeogenomic data from the Late Iron Age Goth community of the Masłomęcz group

Kosmopolitismus in den Tiefen des Barbaricums belegt durch archäogenomische Daten der späteisenzeitlichen gotischen Gemeinschaft der Masłomęcz-Gruppe
PRJEB74770 Originalarbeit / DOI2026-01-2843 Proben (Studie)

KI-InterpretationKI-generiert

Genomdaten zeigen: Die gotische Masłomęcz-Gruppe war überraschend kosmopolitisch.

Die Masłomęcz-Gruppe, eine gotische Gemeinschaft im heutigen Ostpolen (2.–4. Jh. n. Chr.), war genetisch vielfältig. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung skandinavische Vorfahren hatte, integrierte sie Menschen aus dem Baltikum, dem Balkan und sogar dem Mittelmeerraum. Diese Offenheit widerspricht dem Klischee der isolierten 'Barbaren' und belegt weitreichende Mobilität und Immigration über die Grenzen des Römischen Reiches hinaus.

Proben-Interpretation

Von 43 archäologischen Proben wurden 18 Y-Chromosomen-Haplogruppen bestimmt. Die häufigste ist I-Y7626 (2 Proben), gefolgt von I-S11132, R-YP4258, I-BY3386, I-Y6634, I-Y3968, I-CTS11603 und I-Z2041 (je 1). Bei den mitochondrialen Haplogruppen dominieren J1c8a und T2b (je 2), daneben V, H3ae, H11a und eine unbestimmte. Die meisten Proben stammen von der Fundstelle PL086 (31), gefolgt von PL057 (9), PL070, PL087 und PL046 (je 1).

Für Ahnenforscher

Für Ahnenforscher zeigt diese Studie, dass die gotische Gemeinschaft von Masłomęcz ein Schmelztiegel war. Wer Vorfahren aus dieser Region hat, könnte überraschende Verbindungen zu skandinavischen, baltischen, balkanischen oder mediterranen Linien entdecken. Das unterstreicht die Bedeutung von genetischer Vielfalt und Migration in der Geschichte.

Zusammenfassung

Hintergrund
Die hohe Mobilität sowie umfangreiche Handels- und Militärinteraktionen sind in ganz Europa während der späten Eisenzeit allgemein anerkannt. Der äußerst reiche archäologische Befund der Masłomęcz-Gruppe – einer mit den Goten assoziierten Fundgemeinschaft, die zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert n. Chr. im Gebiet des heutigen Ostpolen blühte – liefert seit Langem Belege für ihre weitreichenden interkulturellen Kontakte. In welchem Ausmaß diese jedoch ephemer waren oder langfristige Einwanderung und Vermischung umfassten, blieb ungeklärt.

Ergebnisse
Hier liefern wir durch die Gewinnung archäogenomischer Daten aus 37 Bestattungen und die erneute Analyse veröffentlichter Daten Belege dafür, dass die Masłomęcz-Gruppe, obwohl sie überwiegend auf skandinavischstämmiger Abstammung aufbaute, in großem Umfang Individuen aus verschiedenen Richtungen und Entfernungen assimilierte, darunter aus dem Baltikum, vom Balkan und sogar weiter bis in den Mittelmeerraum, wodurch eine stark genetisch heterogene Bevölkerung entstand. Darüber hinaus werfen wir mehr Licht auf die Bestattungsbräuche dieser Gemeinschaft, indem wir feststellen, dass innerhalb von Mehrpersonenbestattungen keine engen Verwandtschaftsbeziehungen bestanden.

Schlussfolgerungen
Unsere Ergebnisse liefern Belege für weiträumige Mobilität weit außerhalb der Grenzen des Römischen Reiches. Die Masłomęcz-Gruppe war eine hochgradig offene Gemeinschaft, die externe Kontakte und Einwanderung einschloss, was möglicherweise gängigen Annahmen über die sogenannten Barbaren widerspricht.

Proben & Daten auf TheYtree

43Proben auf der Website
18Y-Haplogruppe bestimmt
5archäologische Stätten

Probenkarte

Kartenkacheln von TheYtree · Punktgröße = Anzahl der Proben

Paternale (Y-DNA) Haplogruppen

HaplogruppeProben
I-Y7626 2
I-Y3979 1
R-YP6213 1
I-S9318 1
I-A16681 1
I-S11132 1
R-YP4258 1
I-BY3386 1
I-Y6634 1
I-Y3968 1
I-CTS11603 1
I-Z2041 1

Maternale (mtDNA) Haplogruppen

Proben-Highlights Weitere Proben →

ProbeY-DNAmtDNAKultur / Periode
PL046 R-YP6213 H · 230 - 250 CE
PL049 I-A11537 K1c1 · 200 - 230 CE
PL048 I-L1242 J1c8a · 200 - 250 CE
PL059 I-Y3968 J1c3g · 240 - 260 CE
PL056 I-BY3386 U2e2a1d · 200 - 350 CE
PL065 I-S11132 H2a5 · 200 - 300 CE
PL076 I-S9318 HV0-a · 200 - 250 CE
PL067 R-S7759 U5a2b · 250 - 300 CE
PL085 J-PH1602 V · 175 - 190 CE
PL070 I-CTS11603 H2a2a · 300 - 350 CE