6000 Jahre Genomgeschichte am Bogotá-Hochland: mehrere Bevölkerungswechsel.
Eine neue Studie untersuchte 21 Individuen aus dem kolumbianischen Hochland, die zwischen 6000 und 500 Jahre alt sind. Die ältesten Jäger und Sammler gehörten zu einer bisher unbekannten Grundlinie, die früh von der ersten südamerikanischen Ausbreitung abstammte. Sie vermischten sich nicht mit späteren Gruppen. Vor etwa 2000 Jahren wurden sie durch Menschen mit mittelamerikanischer Herkunft ersetzt, die mit der Herrera-Keramik verbunden sind. Deren Nachkommen lebten bis in die Muisca-Zeit weiter.
Von 21 Proben konnten 11 Y-Chromosomen zugeordnet werden, alle gehören der Q-Linie an, vor allem Q-M3 und Untergruppen. Die mtDNA zeigt 8-mal B2d, daneben A2, C1c und A8a. Das bestätigt die typisch amerindische Herkunft, aber die geringe Vielfalt der Y-Linien deutet auf eine kleine Gründergruppe oder spätere Flaschenhälse hin.
Für Ahnenforscher zeigt sich: Die genetische Geschichte Kolumbiens ist komplexer als gedacht. Moderne Kolumbianer tragen oft nur noch einen Teil der alten Hochlandlinien, während Chibcha-Verwandte aus Panama näher stehen. Das relativiert einfache Herkunftsmodelle.
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| Q-Y128398 | 2 | |
| Q-M3 | 2 | |
| Q-M848 | 2 | |
| Q-L54 | 1 | |
| Q-L53 | 1 | |
| Q-Y202512 | 1 | |
| Q-MPB016 | 1 | |
| Q-BZ1285 | 1 |