Aus Sedimenten alter Grabungsstätten lässt sich menschliche mtDNA gewinnen – ein neuer Weg für die Archäogenetik.
Diese Studie testet, ob man menschliche Erbinformation nicht nur aus Knochen, sondern auch aus Erde an offenen Fundplätzen gewinnen kann. An zwei japanischen Stätten – Katsuren auf Okinawa und Oshima 2 in Hokkaido – wurden Sedimentproben aus Gräbern und Wohnbereichen entnommen. Mithilfe von Shotgun-Sequenzierung und gezielter Anreicherung der mitochondrialen DNA gelang es, menschliche mtDNA nachzuweisen und Haplogruppen zu bestimmen. Das zeigt: Auch ohne Skelettreste können Sedimente genetische Spuren früherer Menschen liefern.
Die Analyse umfasst vier Proben mit auswertbarer mtDNA. Zwei davon tragen die Haplogruppe M7a1b1, je eine die Gruppen D4j und D4a1. Diese Linien sind in Ostasien, insbesondere in Japan, verbreitet. Die geringe Zahl und das Fehlen aufgelöster Y-DNA-Haplogruppen zeigen die Grenzen der Methode bei Sedimentproben. Die Ergebnisse stammen aus zwei Fundorten: Katsuren (Okinawa) und Oshima 2 (Hokkaido).
Für Ahnenforscher eröffnet das die Möglichkeit, genetische Spuren auch dort zu finden, wo keine Knochen erhalten sind. Sedimente können künftig helfen, Bestattungen oder Wohnplätze ohne Skelettreste genetisch einzuordnen – ein wichtiger Schritt für Regionen mit schlechter Knochenerhaltung.