Neue Wissenschaft entlarvt die „Persephone-Grab“-Legende: Ein makedonischer König, keine Familie Philipps II.
Die Studie untersuchte Knochen aus Grab I im Großen Tumulus von Vergina mit Radiokarbon, aDNA, Isotopen und Osteologie. Entgegen früherer Annahmen stammen die meisten Erwachsenenknochen von einem einzigen Mann (25–35 Jahre, ca. 167 cm), der im 4. Jh. v. Chr. (388–356 v. Chr.) lebte. Nur vier Knochen gehörten zu einer Frau. Alle Kinder- und Tierknochen sind römisch (150 v. Chr.–130 n. Chr.) und gehören nicht zum ursprünglichen Grab. Die These, es sei Philipp II. mit Familie, ist wissenschaftlich widerlegt.
Die archäogenetischen Daten (aDNA) sind begrenzt: Von zwei analysierten Proben ließ sich nur eine Y-chromosomale Linie auflösen – sie gehört zur Haplogruppe R. Die mitochondrialen Linien sind H1b und T2b. Diese Ergebnisse stützen die osteologische Bestimmung eines männlichen Individuums, reichen aber nicht für eine dynastische Zuweisung. Die Y-Haplogruppe R ist in Makedonien jener Zeit nicht ungewöhnlich, schließt aber eine Verwandtschaft mit Philipp II. (vermutlich E1b1b) nicht aus.
Für Ahnenforscher zeigt dies: Antike DNA aus königlichen Gräbern ist oft spärlich und mehrdeutig. Die Y-Linie R und mtDNA H1b/T2b sind breit gestreut. Vorsicht bei voreiligen Adelszuordnungen – Wissenschaft braucht mehr als ein Grab und eine Haplogruppe.
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| R | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| DEM3237_AH3J5WDRX2_L001 | R | T2b |