Erste vollständige Genome eines altägyptischen Mannes aus der Frühdynastik offenbaren Migration aus dem Fruchtbaren Halbmond.
Forscher sequenzierten das Genom eines Mannes aus Nuwayrat, der vor etwa 4.800 Jahren lebte. Sein Erbgut stammt überwiegend von nordafrikanischen Jungsteinzeit-Bauern, doch rund 20 Prozent seiner Vorfahren kamen aus dem östlichen Fruchtbaren Halbmond, also aus Mesopotamien und angrenzenden Gebieten. Das belegt, dass Menschen – nicht nur Waren und Ideen – zwischen Ägypten und Vorderasien wanderten.
Die Studie basiert auf einer einzigen männlichen Probe aus Nuwayrat. Die Y-DNA-Linie gehört zu E-FT388828, einem Zweig der weitverbreiteten E-Haplogruppe, die in Nordafrika und dem Nahen Osten häufig ist. Die mitochondriale Linie I9 ist ebenfalls in Westasien und Nordafrika verbreitet. Weitere Genome fehlen, um die damalige Vielfalt Ägyptens zu erfassen.
Für Ahnenforscher zeigt sich: Schon in der Frühdynastik gab es Genfluss zwischen Ägypten und Vorderasien. Die Abstammung aus dem Fruchtbaren Halbmond ist also nicht nur ein Phänomen späterer Epochen, sondern reicht bis in die Anfänge des pharaonischen Ägypten zurück.
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| E-FT388828 | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| NUE001 | E-FT388828 | I9 | Dynastic / Old kingdom· 2,855-2,570 cal BCE |