Neue Genome aus Italien enthüllen eine bisher unbekannte eiszeitliche Abstammungslinie.
Die Studie analysiert vier neue Genome von Jägern und Sammlern aus zwei mittel- bis süditalienischen Fundstätten (Grotta del Romito und Riparo Vado All’Arancio), die auf etwa 19.000 bis 12.500 Jahre vor heute datiert werden. Die Analyse zeigt eine zuvor in Europa unbekannte Abstammung, genannt Romito9-artig. Diese vermischte sich mit der Fournol-Gruppe und trug so zur genetischen Zusammensetzung der El-Mirón-Gruppe bei; außerdem formte sie durch Vermischung mit einer Balkan-Komponente die Villabruna-Gruppe. Nach dem letzten glazialen Maximum verbreitete sich die Oberkassel-Villabruna-Gruppe in weiten Teilen Italiens und vermischte sich dort mit der Romito9-artigen Komponente – außer auf Sizilien, wo diese Abstammung bis ins Mesolithikum fortbestand.
Die vier Genome stammen aus zwei Fundstätten: Grotta del Romito und Riparo Vado All’Arancio. Die Y-Chromosom-Haplogruppen sind R-P310 und I-P37 (je einmal bestimmt). Die mitochondrialen Haplogruppen sind U4'9 und U5b3 (je einmal). Weitere kulturelle oder archäologische Details werden in der Studie nicht genannt.
Für Ahnenforscher zeigt dies, dass Italien während des Jungpaläolithikums eine eigenständige, lange isolierte Abstammungslinie beherbergte, die später in andere europäische Gruppen einfloss. Regionale Kontinuität, besonders auf Sizilien, war bis ins Mesolithikum möglich.