Genetische Identifizierung eines mittelalterlichen Herzogs und Aufklärung seiner gewaltsamen Ermordung.
1915 wurde auf der Margareteninsel in Budapest ein Skelett gefunden. Forscher kombinierten Radiokarbondatierung, Isotopenanalyse, forensische Untersuchung und antike DNA, um den Toten zu identifizieren. Es handelt sich um Herzog Béla von Macsó (ca. 1245–1272), einen Enkel von König Béla IV. aus dem Haus Árpád und Sohn eines Rurikiden. Die DNA bestätigt seine Abstammung vom Haus Árpád und seine Y-chromosomale Zugehörigkeit zur Rurikiden-Linie. 26 Verletzungen deuten auf einen geplanten Mord mit mindestens drei Angreifern hin.
Die Studie basiert auf einem einzigen Individuum. Die Y-chromosomale Haplogruppe N-VL15 ist ein Marker der Rurikiden-Dynastie, was die historische Zuschreibung stützt. Die mitochondriale Haplogruppe U3b3 ist in Europa verbreitet und liefert keine spezifische dynastische Information. Weitere archäologische oder genetische Proben aus dem Umfeld fehlen, sodass die Einordnung auf diesem Einzelfall beruht.
Für Ahnenforscher zeigt diese Studie, wie antike DNA historische Identitäten bestätigen kann. Die Y-Linie N-VL15 verbindet den Herzog mit der Rurikiden-Dynastie und unterstreicht die Bedeutung genetischer Marker für die Verknüpfung historischer Persönlichkeiten mit modernen Haplogruppen.
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| N-VL15 | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| BPDOM01 | N-VL15 | U3b3 | · 1245–1272 AD |