Höhlenwände speichern jahrtausendealte menschliche DNA – ein neuer Blick auf paläolithische Spuren.
Bisher suchte man alte DNA vor allem in Knochen und Sedimenten am Boden von Höhlen. Diese Studie untersucht erstmals, ob auch die Wände selbst – dort, wo Menschen einst malten oder ihre Handabdrücke hinterließen – DNA bewahrt haben. In 24 bemalten Bereichen aus 11 Höhlen in Spanien und Portugal fanden sich tatsächlich menschliche DNA-Spuren, teils ohne tierische Beimischung. Das legt direkten Kontakt nahe, auch wenn ein sicherer Beweis für die Urheberschaft der Kunst noch aussteht.
Die analysierten Proben stammen aus vier archäologischen Kontexten, die alle dem Paläolithikum zugeordnet werden. Zwei Proben tragen die Bezeichnung SP.C.6813_ss, zwei weitere SP.C.5547_ds. Die mütterlichen Linien (mtDNA) verteilen sich auf H4a1a4b (zweimal), HV (einmal) und H4a1 (einmal). Diese Haplogruppen sind typisch für europäische Jäger und Sammler der Altsteinzeit und stützen die Annahme, dass die DNA von den damaligen Menschen stammt.
Für Ahnenforscher zeigt diese Studie, dass Höhlenwände als DNA-Quelle dienen können – ein potenziell neuer Fundort für alte menschliche Genome. Die mtDNA-Haplogruppen H4a1 und HV passen in das bekannte Bild paläolithischer europäischer Populationen und könnten künftig helfen, kulturelle Spuren direkter mit konkreten Menschen zu verknüpfen.
Kartenkacheln von TheYtree · Punktgröße = Anzahl der Proben