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Neue Genome zeigen: Sibiriens Erbe reicht bis in den Westen Europas.
Diese Studie sequenzierte 28 Genome aus 14 indigenen sibirischen und nordosteuropäischen Gruppen. Sie zeigt, dass Sibirier und Ostasiaten 38% ihrer Abstammung mit dem 45.000 Jahre alten Ust'-Ishim teilen, während Westsibirier 57% ihrer Vorfahren auf den 24.000 Jahre alten Mal'ta-Jungen zurückführen. Zudem fand man genetische Vermischungen mit osteuropäischen Jägern und Sammlern, Jamnaja und modernen Nordosteuropäern.
- Sibirier und Ostasiaten teilen 38% Abstammung mit dem 45.000 Jahre alten Ust'-Ishim, der zuvor als ohne moderne Nachfahren galt.
- Westsibirier führen 57% ihrer Abstammung auf den 24.000 Jahre alten Mal'ta-Jungen zurück, einen Vertreter der alten Nordeurasier.
- Ostsibirier bilden eine eigene Unterlinie, die sich vor etwa 10.000 Jahren von anderen Ostasiaten trennte.
- Genfluss von Sibirien nach Europa: Vermischung mit osteuropäischen Jägern und Sammlern (8000–6600 Jahre), Jamnaja (5300–4700 Jahre) und modernen Nordosteuropäern.
Proben-Interpretation
Die 27 Proben der Ytree-Datenbank umfassen 26 Jakuten und einen Weißrussen. Die Y-Chromosom-Haplogruppen sind überwiegend N (N-L1032, N-MF87759, N-Y25011, N-M1935, N-YP5254, N-Y30121) sowie R (R-Y2902, R-YP1556). Bei der mtDNA finden sich U8a1a1b1, H15a1a1, N2a, W1, K1c1 und D3. Diese Verteilung spiegelt die in der Studie beschriebene genetische Vielfalt und die Verbindungen zwischen Sibirien und Nordosteuropa wider.
Für Ahnenforscher
Für Ahnenforscher zeigt sich: Sibirische Wurzeln können bis nach Osteuropa reichen. Die Haplogruppen N und R sowie mtDNA-Linien wie U8a1a1b1 und D3 sind Schlüssel, um die eigene Herkunft in diesem Raum besser zu verstehen.
Zusammenfassung
Sibirien und Nordwestrussland beheimaten über 40 kulturell und sprachlich vielfältige indigene ethnische Gruppen, doch die genetische Variation und die Geschichte der Völker dieser Region sind weitgehend uncharakterisiert. Wir präsentieren tiefe Ganzgenom-Sequenzierungsdaten (∼38×) von 28 Individuen, die zu 14 verschiedenen indigenen Populationen aus dieser Region gehören. Wir kombinierten diese Datensätze mit weiteren 32 modernen und 46 alten menschlichen Genomen, um die genetische Geschichte mehrerer indigener nordeurasischer Populationen zu rekonstruieren. Wir fanden heraus, dass sibirische und ostasiatische Populationen 38 % ihrer Abstammung mit einem 45.000 Jahre alten Ust’-Ishim-Individuum teilten, von dem zuvor angenommen wurde, dass es keine modernen Nachkommen hat. Westsibirier führen 57 % ihrer Abstammung auf alte Nordeurasier zurück, repräsentiert durch den 24.000 Jahre alten sibirischen Jungen MA-1 aus Mal’ta. Ostsibirische Populationen bildeten eine eigenständige Unterlinie, die sich vor ∼10.000 Jahren von anderen ostasiatischen Populationen trennte. Darüber hinaus deckten wir Vermischungen zwischen Sibiriern und osteuropäischen Jägern und Sammlern aus Samara, Karelien, Ungarn und Schweden (von vor 8000–6600 Jahren); Jamnaja-People (vor 5300–4700 Jahren); und modernen nordosteuropäischen Populationen auf. Unsere Ergebnisse liefern neue Einblicke in die genetische Geschichte sibirischer und nordosteuropäischer Populationen und Belege für einen alten Genfluss von Sibirien nach Europa.