Ganzgenomdaten ermöglichen die Blutgruppenbestimmung – mit Einschränkungen bei der Lesetiefe.
Diese Studie untersuchte, ob sich aus Whole-Genome-Sequencing-Daten (WGS) Blutgruppen-Antigene zuverlässig bestimmen lassen. Dafür wurden 79 Individuen auf 9 rote Blutkörperchen-Antigene und HLA-DRB1 analysiert. Die Ergebnisse zeigen eine Übereinstimmung von 93 % für Blutgruppen-Polymorphismen und 91 % für HLA-DRB1. Fehler und unklare Ergebnisse traten vor allem bei Lesetiefen unter 15x auf. Die Autoren schließen, dass WGS für die Blutgruppenbestimmung geeignet ist, aber eine höhere Lesetiefe für SNV-Polymorphismen benötigt.
Die 79 untersuchten Proben stammen aus einer einzigen Fundstätte (UZ8_90). Die väterlichen Linien sind überwiegend R-M87 und nahestehende R-FT414862/FT412111, was auf eine eng verwandte Gruppe hinweist. Mütterlicherseits finden sich Z7, U2b2 und R5a2. Diese Zusammensetzung ist typisch für zentralasiatische Populationen und zeigt, dass die Stichprobe genetisch homogen ist – ein wichtiger Hinweis für die Übertragbarkeit der Blutgruppen-Ergebnisse.
Für Ahnenforscher zeigt die Studie, dass WGS-Daten künftig auch Blutgruppen und HLA-Typen liefern können. Wer Rohdaten mit mindestens 15x Lesetiefe besitzt, kann zusätzliche medizinisch relevante Merkmale aus derselben Probe gewinnen – ohne neue Tests.
Kartenkacheln von TheYtree · Punktgröße = Anzahl der Proben
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| R-M87 | 5 | |
| R-FT414862 | 4 | |
| R-FT412111 | 4 | |
| R-BY127338 | 3 | |
| R-FT414871 | 3 | |
| R-Y209316 | 2 | |
| R-Y210401 | 2 | |
| R-FT414898 | 2 | |
| R-Y210404 | 2 | |
| R-FT212837 | 2 | |
| R-FT414897 | 2 | |
| R-FT353743 | 2 |