Wie die Pest unser Immunsystem bis heute prägt.
Die Pest, auch Schwarzer Tod genannt, tötete im 14. Jahrhundert bis zu 50% der Bevölkerung Eurasiens. Forscher untersuchten 206 alte DNA-Proben aus London und Dänemark vor, während und nach der Pest. Dabei fanden sie starke Hinweise auf natürliche Selektion an Immungenen: Wer bestimmte Varianten trug, überlebte eher. Besonders ein Gen namens ERAP2 sticht hervor. Die damals vorteilhaften Varianten erhöhen heute jedoch das Risiko für Autoimmunerkrankungen.
Die Studie basiert auf 206 alten DNA-Proben aus zwei europäischen Populationen (London und Dänemark) vor, während und nach der Pest. In der Y-DNA-Datenbank ist nur ein einziger Probenpunkt mit der Haplogruppe E-M132 verzeichnet. Das ist extrem wenig und erlaubt keine bevölkerungsweiten Aussagen. Die mtDNA- und Kulturdaten sind leer. Die genetische Vielfalt der damaligen Opfer und Überlebenden lässt sich aus diesen Daten nicht rekonstruieren.
Für Ahnenforscher zeigt sich: Große Seuchen wie die Pest haben unsere Vorfahren genetisch geprägt. Wer überlebte, gab seine Immunvarianten weiter – doch diese können heute Autoimmunerkrankungen begünstigen. Das verdeutlicht, wie historische Ereignisse bis in unsere moderne DNA nachwirken.
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| E-M132 | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| LP164 | E-M132 | — |