Genomanalyse des Shatuo-Anführers Li Keyong zeigt gemischte Herkunft aus Ost und West.
Die Studie untersuchte die antike DNA von Li Keyong, dem Gründer der Späteren Tang-Dynastie. Überraschend ist seine fast ausgeglichene genetische Mischung: etwa 53% alt-nordostasiatische und 47% westliche Steppen-Abstammung. Sein väterliches Erbe stammt aus Westeurasien (R1a1a1b2), sein mütterliches aus der östlichen Steppe (C4a1a). Das unterscheidet ihn deutlich von der Ashina-Königsfamilie, die überwiegend nordostasiatisch war. Die Shatuo entstanden also aus komplexen Wechselwirkungen über ganz Eurasien – ein multiethnischer Ursprung.
Die Stichprobe umfasst drei archäologische Proben. Die Y-Chromosomen-Haplogruppen sind O-FTB26869, O-F22162 und R-M417. Die mitochondrialen Haplogruppen sind D4a5, F2-C16291T und C4a1a-T195C!. Die Probe mit R-M417 und C4a1a-T195C! passt zu Li Keyongs Profil. Die anderen beiden zeigen ostasiatische Linien, was auf eine gemischte Bevölkerung in der Region hinweist.
Für Ahnenforscher zeigt diese Studie, dass turkische Verbände genetisch sehr heterogen waren. Eine einzelne Probe kann nicht die ganze Gruppe repräsentieren. Wer seine Wurzeln in Zentralasien vermutet, sollte mit vielfältigen Abstammungen rechnen – von Ostasien bis Westeurasien.
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| O-FTB26869 | 1 | |
| O-F22162 | 1 | |
| R-M417 | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| I80316 | R-M417 | C4a1a-T195C! | |
| I90402 | O-F22162 | F2-C16291T | · 961-920 cal BP |
| I90403 | O-FTB26869 | D4a5 | · 1058-959 cal BP |