30 Skelette aus Koksijde zeigen, wie sich zwei Abstammungen im frühmittelalterlichen Flandern vermischten.
In Koksijde (675–750 n. Chr.) lebte eine Küstengemeinschaft ohne Elitestrukturen. Die Genetik zeigt zwei klar getrennte Gruppen: eine mit Bezug zu England und den Niederlanden, eine kleinere mit gallischer Abstammung. Beide vermischten sich noch zu Lebzeiten, wie eine Mutter-Tochter-Beziehung mit unterschiedlichen gallischen Anteilen belegt. Isotope und Gene deuten auf Zuwanderung aus dem Binnenland.
Vom Fundort Koksijde wurde bislang nur ein Individuum mit aufgelöster Y-Linie erfasst: I-FGC70887, dazu die mtDNA T2e. Die Studie selbst umfasst 30 Genome aus Koksijde plus 18 aus zwei flämischen Fundorten. Die einseitige Stichprobe erlaubt keine Aussage über die gesamte Y- oder mtDNA-Vielfalt der Gemeinschaft.
Für Ahnenforscher zeigt sich: Frühmittelalterliche Küstengemeinden Flanderns waren keine geschlossenen Eliten, sondern durchmischte, mobile Gruppen. Die Abstammungsverschiebung wirkt bis heute nach – ein wichtiger Kontext für eigene DNA-Matches in Belgien und Nordfrankreich.
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| I-FGC70887 | 1 |
| Probe | Y-DNA | mtDNA | Kultur / Periode |
|---|---|---|---|
| WG25chr_utigKOS002 | I-FGC70887 | T2e |