Eine Stadt, zehn Jahrhunderte: Wie Migration und Pest die Genetik von Sint-Truiden prägten.
Stell dir vor, du könntest die DNA von Menschen aus 1000 Jahren Stadtgeschichte lesen. Genau das tat diese Studie mit 338 Individuen aus Sint-Truiden (Belgien). Frühmittelalterliche Bewohner waren genetisch vielfältiger, mit Zuwanderern aus Schottland oder Irland. Später wurde die Bevölkerung homogener und ähnlicher der heutigen Region Limburg. Die Pest hinterließ keine großen Spuren im Erbgut.
Von 217 archäologischen Proben wurden 100 Y-Chromosomen aufgelöst. Die häufigsten Y-Linien sind R-P310 (4), I-M253 (3) und R-L151 (3), was auf eine Mischung aus germanischen (I-M253) und westeuropäischen (R-P310) Abstammungen hindeutet. Bei der mtDNA dominieren T2b, K1a-T195C! und H1e1a (je 4). Diese Vielfalt passt zur anfänglichen Heterogenität der Stadt.
Für Ahnenforscher zeigt sich: Die genetische Landschaft der Low Countries entstand durch jahrhundertelange Vermischung von germanischen und gallischen Vorfahren. Wer Vorfahren aus Flandern oder Limburg hat, trägt oft diese Mischung in sich. Die Pest veränderte das Erbgut weniger als gedacht.
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| R-P310 | 4 | |
| R-L151 | 3 | |
| I-M253 | 3 | |
| R-Z206 | 2 | |
| E-PF2546 | 2 | |
| R-S18632 | 2 | |
| R-A8051 | 2 | |
| R-Y86203 | 1 | |
| R-M269 | 1 | |
| R-CTS241 | 1 | |
| R-Y11789 | 1 | |
| R-FT14140 | 1 |