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Long-distance genetic relatedness in megalithic central Europe

Langstreckige genetische Verwandtschaft im megalithischen Mitteleuropa
PRJEB88326 Originalarbeit / DOI2026-05-21123 Proben (Studie)

KI-InterpretationKI-generiert

Megalithische Gräber in Mitteleuropa zeigen genetische Homogenität und Fernbeziehungen bis 225 km.

Die Studie analysiert 203 Individuen aus sechs megalithischen Grabanlagen der Westlichen Trichterbecher- und Wartberg-Kultur. Obwohl archäologisch unterschiedlich, bilden sie eine genetisch homogene Population. Überraschend fanden sich Verwandte ersten und zweiten Grades über 225 km hinweg, was auf große Mobilität und weitreichende soziale Netzwerke schließen lässt. Die Gräber dienten als Gemeinschaftsbestattungsplätze, nicht nur für nahe Verwandte. Genetische Verbindungen zu entfernten europäischen Megalithpopulationen fehlen weitgehend, was nahelegt, dass sich die Monumentalität kulturell und nicht durch biologische Netzwerke verbreitete.

Proben-Interpretation

Die 123 analysierten Proben stammen aus vier Stätten: Warburg (53), Sorsum (53), Altendorf (11) und Zuschen (6). Die Y-Chromosom-Haplogruppen sind stark von I-BY435 (29 von 67 aufgelösten) dominiert, gefolgt von I-P37, I-M438 und I-L1286 (je 4). Die mtDNA zeigt H1 (10), J1c3 (6), U5b1 (6) und K1a (5) als häufigste Linien. Diese Verteilung deutet auf eine patrilokale Gesellschaft mit begrenzter mütterlicher Vielfalt hin, was die genetische Homogenität und die Bedeutung sozialer Verwandtschaft unterstreicht.

Für Ahnenforscher

Für Ahnenforscher zeigt die Studie, dass megalithische Gemeinschaften in Mitteleuropa weiträumig vernetzt waren und soziale Verwandtschaft eine zentrale Rolle spielte. Die genetische Homogenität trotz kultureller Unterschiede legt nahe, dass Abstammung und kulturelle Identität nicht immer übereinstimmen. Die Dominanz der Y-Haplogruppe I-BY435 könnte auf eine gemeinsame paternale Linie innerhalb dieser Gemeinschaften hinweisen.

Zusammenfassung

Megalithische Monumente im spätneolithischen Europa werden oft als Symbole gemeinsamer Abstammung betrachtet. In dieser Studie analysierten wir genomweite Daten von 203 Individuen, die in sechs megalithischen Grabanlagen im Zusammenhang mit den westlichen Trichterbecher- und Wartberg-Gruppen bestattet wurden. Obwohl sie archäologisch als verschieden gelten, zeigen unsere Ergebnisse, dass die untersuchten Individuen beider Gruppen eine genetisch homogene Population bilden. Darüber hinaus identifizierten wir Verwandtschaftsverhältnisse ersten und zweiten Grades über Entfernungen von bis zu 225 km, was unerwartet weitreichende Verbindungen sowie anhaltende Mobilität zwischen Fundorten und zwischen Gruppen offenbart. Die sechs Grabanlagen dienten als gemeinschaftliche Begräbnisstätten und wurden nicht ausschließlich für nahe genetische Verwandte genutzt, was darauf hindeutet, dass soziale Verwandtschaft eine wichtige Rolle spielte. Begrenzte Hinweise auf genetische Verbindungen zu entfernten europäischen megalithischen Populationen deuten darauf hin, dass sich die Monumentalität kulturell und nicht durch biologische Netzwerke verbreitete.

Proben & Daten auf TheYtree

123Proben auf der Website
67Y-Haplogruppe bestimmt

Paternale (Y-DNA) Haplogruppen

HaplogruppeProben
I-BY435 29
I-M438 4
I-L1286 4
I-P37 4
I-S21825 3
I-CTS1799 3
I 3
I-L596 3
I-S18042 2
I-CTS7023 2
I-FT405000 1
I-M253 1

Maternale (mtDNA) Haplogruppen

Proben-Highlights Weitere Proben →

ProbeY-DNAmtDNAKultur / Periode
KH180072 I K1a-T195C! Germany_Warburg· Neolithic
KH180085 I-L1286 U5b3 Germany_Warburg· Neolithic
KH180094 I-L1286 K1a3a Germany_Warburg· Neolithic
KH200134_KH201258 I-BY435 U5b1-T16189C!-T16192C! Germany_Warburg· Neolithic
KH200234 I-CTS7023 H1c Germany_Warburg· Neolithic
KH200235 I-CTS575 HV0 Germany_Warburg· Neolithic
KH170035_KH210851 I-BY435 H7d Germany_Sorsum· Neolithic
KH201273 G-PF3148 U5b3 Germany_Warburg· Neolithic
KH170066 I-BY435 U5b1-T16189C!-T16192C! Germany_Sorsum· Neolithic
KH170073 I-L596 U5b1 Germany_Sorsum· Neolithic