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Social stratification without genetic differentiation at the site of Kulubnarti in Christian Period Nubia

Soziale Schichtung ohne genetische Differenzierung am Fundort Kulubnarti im christlichen Nubien
PRJEB42975 Originalarbeit / DOI2021-12-1466 Proben (Studie)

KI-InterpretationKI-generiert

Soziale Schichtung ohne genetische Trennung im christlichen Nubien.

Die Studie analysiert 66 Individuen aus zwei Friedhöfen der christlichen Periode (ca. 650–1000 n. Chr.) in Kulubnarti, Nubien. Trotz Hinweisen auf soziale Stratifikation zeigen die Genome keine genetische Unterscheidung zwischen den Bestattungsgruppen. Die Bevölkerung hatte etwa 43 % nilotische Vorfahren, der Rest stammt aus dem Levant. Überraschend: Das Erbgut enthält überproportional weiblich assoziierte westeurasische Abstammung.

Proben-Interpretation

Von 67 Individuen wurden 31 Y-Chromosomen aufgelöst. Die häufigsten Y-Linien sind E-BY8607 (4), J-M92 (3) und E-BY7923 (2). Bei mtDNA dominieren L2a1d1 (15), H2a (14) und U5b2b5 (10). Die Verteilung bestätigt die Mischung aus nilotischen (L-Linien) und westeurasischen (H, U5) Komponenten, wobei letztere stark über Frauen eingebracht wurden.

Für Ahnenforscher

Für Ahnenforscher zeigt sich: Soziale Unterschiede müssen sich nicht in Genetik widerspiegeln. Die heutigen Nubier stammen nicht direkt von den Kulubnarti-Nubiern ab – nach der christlichen Periode gab es weiteren Genfluss. Das relativiert einfache Herkunftsnarrative.

Zusammenfassung

Über die genetische Landschaft Nubiens vor dem Einfluss der islamischen Migrationen, die im späten 1. Jahrtausend n. Chr. begannen, ist relativ wenig bekannt. Hier erhöhen wir die Anzahl der antiken Individuen mit genomweiten Daten aus dem Niltal von drei auf 69 und berichten über Daten für 66 Individuen von zwei Friedhöfen der christlichen Periode (~650–1000 n. Chr.) an der Stätte Kulubnarti, wo mehrere Beweislinien auf eine soziale Schichtung hindeuten. Die Kulubnarti-Nubier hatten ~43 % nilotischbezogene Abstammung (individuelle Variation zwischen ~36–54 %), wobei die verbleibende Abstammung damit vereinbar ist, dass sie über Ägypten eingeführt wurde und letztlich aus einem Abstammungspool stammt, wie er in der Bronze- und Eisenzeit der Levante zu finden ist. Der Genpool von Kulubnarti – über ein Jahrtausend geformt – beherbergt überproportional weiblich assoziierte westeurasische Abstammung. Die genetische Ähnlichkeit zwischen Individuen der beiden Friedhöfe stützt die Hypothese einer sozialen Trennung ohne genetische Unterscheidung. Sieben Paare von Verwandten zwischen den Friedhöfen deuten auf Fluidität zwischen den Friedhofsgruppen hin. Die heutigen Nubier stammen nicht direkt von den Kulubnarti-Nubiern ab, was auf zusätzlichen genetischen Eintrag seit der christlichen Periode hindeutet.

Proben & Daten auf TheYtree

67Proben auf der Website
31Y-Haplogruppe bestimmt
2archäologische Stätten

Probenkarte

Kartenkacheln von TheYtree · Punktgröße = Anzahl der Proben

Paternale (Y-DNA) Haplogruppen

HaplogruppeProben
E-BY8607 4
J-M92 3
E-BY7923 2
E-M35 2
G-PF3331 2
T-P77 1
E-CTS4231 1
E-GG24 1
J-PF4845 1
R-FGC18147 1
E-M250 1
E-V6 1

Maternale (mtDNA) Haplogruppen

Proben-Highlights Weitere Proben →

ProbeY-DNAmtDNAKultur / Periode
I6138 E-GG24 H2a Christian Period Nubia· 1270±22 BP
I6139 E-Y20282 K1a19 Christian Period Nubia· 1270±22 BP
I19014 E-M35 H2a Christian Period Nubia· 650-1000 CE
I19015 E-V5812 U5b2b5 Christian Period Nubia· 650-1000 CE
I19132 E-L539 H2a Christian Period Nubia· 650-1000 CE
I6331 E-V6 H2a Christian Period Nubia· 1210±22 BP
I19138 E-BY8607 L3b1a2 Christian Period Nubia· 650-1000 CE
I19143 E-CTS4231 L2a1d1 Christian Period Nubia· 650-1000 CE
I6340 T-Y31477 U5b2b5 Christian Period Nubia· 1170±22 BP
I6252 E-BY8607 H2a Christian Period Nubia· 1230±22 BP