129 Genome aus Niederösterreich zeigen: patrilokal, flexibel exogam, weit vernetzt.
Die Studie untersucht 129 frühbronzezeitliche Individuen aus Niederösterreich, die den Kulturen Únětice und Unterwölbling zugeordnet werden. Genetisch zeigt sich eine überwiegend patrilokale Gesellschaft: Männer bleiben am Ort, Frauen wandern zu, aber nicht streng. Über Identitäts-by-Descent-Analysen fanden sich Fernverbindungen, die ein dichtes Netzwerk in Mitteleuropa belegen. Trotz ähnlicher Sozialstruktur unterscheiden sich die beiden Gruppen genetisch deutlich.
Von 127 archäologischen Fundorten liegen 129 Individuen vor. Die Y-Chromosom-Haplogruppen (52 aufgelöst) werden von R-L2 (9), R-L151 (4) und R-P312 (4) angeführt, was auf westliche Steppenlinien deutet. Bei der mtDNA dominieren K1a-T195C! und H1e (je 4), gefolgt von U5a1b, T2b, K2a5 und I4a1 (je 3). Die Stichprobe ist klein und ungleich verteilt, daher sind die Muster vorsichtig zu interpretieren.
Für Ahnenforscher zeigt die Studie, dass frühbronzezeitliche Gemeinschaften in Niederösterreich mobil und vernetzt waren. Y-Linien wie R-L2 und R-P312 sowie mtDNA-Typen wie H1e und K1a sind Anhaltspunkte, aber keine Stammbaum-Beweise. Genetische Unterschiede zwischen Kulturen mahnen zur Vorsicht bei pauschalen Herkunftsdeutungen.
Kartenkacheln von TheYtree · Punktgröße = Anzahl der Proben
| Haplogruppe | Proben | |
|---|---|---|
| R-L2 | 9 | |
| R-P312 | 4 | |
| R-L151 | 4 | |
| R-Y3961 | 3 | |
| I-BY431 | 2 | |
| R-Z283 | 2 | |
| R-PF6162 | 2 | |
| R-YP5978 | 2 | |
| I-BY435 | 1 | |
| R-YP340 | 1 | |
| R-DF90 | 1 | |
| I-S10240 | 1 |